Die International Federation of Robotics (IFR) hat elf Frauen mit dem Titel «Women in Robotics 2026» ausgezeichnet, die nach Einschätzung des Verbands die Zukunft der Robotik prägen. Hintergrund ist ein dynamisch wachsender Robotikmarkt: Die Zahl der weltweit installierten Industrie-Roboter soll bis 2028 auf über 700 000 Einheiten pro Jahr steigen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 7 Prozent entspricht. Unternehmen setzen zunehmend darauf, Frauen gezielt zu gewinnen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und neue Robotersysteme sowie Anwendungen zu entwickeln.
Bedeutung gemischter Teams in Robotik und KI
«In der schnell wachsenden Robotik spielen die Beiträge von Frauen eine entscheidende Rolle», sagt Dr. Susanne Bieller, Generalsekretärin der International Federation of Robotics. «Die Bedeutung gemischter Teams bei der Entwicklung von Robotersysteme der nächsten Generation und unvoreingenommener KI-Technologie verdeutlicht dies. Solche Projekte zielen darauf ab, neue Anwendungsfelder für die Automatisierung jenseits traditioneller Fertigungsumgebungen zu erschliessen, wie der Gesundheits- und Altenpflege oder für Privatkunden.» Gerade für Branchen wie Kunststoffverarbeitung, Medizintechnik und Konsumgüterproduktion, in denen Robotik zunehmend in Montage, Verpackung und Qualitätsprüfung eingesetzt wird, gewinnen vielfältige Entwicklungsteams an Relevanz.
Frauenanteil in Industrie und STEM weiterhin niedrig
Der Global Gender Gap Report 2025 des Weltwirtschaftsforums zeigt, dass weltweit rund 40 Prozent der Erwerbsbevölkerung Frauen sind, der Anteil aber je nach Branche stark schwankt. In Dienstleistungsberufen sowie in Bildung und Pflege liegt der Frauenanteil bei über 50 Prozent, während das verarbeitende Gewerbe mit weniger als 35 Prozent nicht zu den führenden Sektoren zählt. In den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik liegt der Frauenanteil laut verschiedenen Studien unter 30 Prozent, was sich auch in technisch geprägten Industrien wie Kunststoff- und Maschinenbau widerspiegelt. Die IFR betont, dass eine stärkere Einbindung von Frauen in die Entwicklung der Robotik für die Zukunftsfähigkeit der Industrie entscheidend ist.
Elf Frauen, die die Robotik mitgestalten
Für 2026 nennt die IFR elf Persönlichkeiten, die mit ihrer Arbeit Robotik und Automatisierung voranbringen. Dazu gehören unter anderem Younseal Eum (AeiROBOT, Südkorea), Stefania Ferrero (Comau, Italien), Christina Jørgensen (Universal Robots, Dänemark) und Allison Krumpe (HealthTech Partners Global, USA). Ebenfalls ausgezeichnet wurden Henrike Neulen (Intrinsic, Deutschland), Asami Sasao (Kawasaki Heavy Industries, Japan), Kristina Schunk (Schunk, Deutschland), Mikell Taylor (General Motors, USA), Susanne Timsjö (ABB Robotics, Schweden), Dana Whalls (Association for Advancing Automation, USA) sowie Prof. Rong Xiong (IPLUSMOBOT/Zhejiang University, China). Die IFR publiziert detaillierte Profile der Preisträgerinnen sukzessive auf ihrer Website.
IFR als Stimme der globalen Robotikindustrie
Die International Federation of Robotics versteht sich als Sprachrohr der weltweiten Robotikindustrie und vertritt nationale Roboterverbände, Forschungseinrichtungen und Hersteller aus mehr als zwanzig Ländern. Der 1987 gegründete Verband arbeitet als nicht gewinnorientierte Organisation und stellt Marktstatistiken, Studien und Praxisbeispiele bereit, um den Einsatz von Robotik in Industrie, Dienstleistung und neuen Anwendungsfeldern zu fördern.