Fraßschäden durch Larven des Maikäfers sowie des invasiven Japankäfers können Aufforstungen beeinträchtigen. Das Forschungsprojekt Biorootguard verfolgt deshalb das Ziel, eine Wurzelschutzfolie aus biologisch abbaubarem Kunststoff für Jungbäume und Setzlinge zu entwickeln.
Die Folie soll beim Anpflanzen um das Wurzelsystem gelegt werden. Sie soll die Wurzeln während der Anwuchsphase vor Engerlingsfrass schützen und gleichzeitig ein gesundes Wurzelwachstum ermöglichen. Nach der vorgesehenen Schutzphase soll sich das Material im Waldboden rückstandsfrei biologisch abbauen, sodass die Folie nicht entfernt werden muss.
Compound und Abwehrstoffe
Zunächst ist die Entwicklung eines biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoff-Compounds vorgesehen. Daraus soll anschliessend eine Folie hergestellt werden. Neben der mechanischen Barriere untersucht der Forschungsverbund natürliche Abwehrstoffe, welche die Larven davon abhalten sollen, sich dem Wurzelbereich zu nähern.
Als Konsortialführer verantwortet die FKuR Kunststoff GmbH die Gesamtkoordination und die Entwicklung des Kunststoff-Compounds. Das Unternehmen begleitet zudem die Überführung der Materialentwicklung in eine mögliche industrielle Anwendung.
Partner prüfen Material und Wirkung
An Biorootguard beteiligen sich Kelmaplast G. Kellermann GmbH, Hydra Marine Sciences GmbH, Fraunhofer Umsicht, die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg sowie das Julius Kühn-Institut. Kelmaplast soll das entwickelte Compound in den Fertigungsprozess überführen und Schutzfolien herstellen.
Fraunhofer Umsicht untersucht Materialeigenschaften und das biologische Abbauverhalten im Boden. Hydra Marine Sciences bewertet das Umweltverhalten der Materialien, während die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg Praxisversuche unter forstlichen Bedingungen durchführen soll. Das Julius Kühn-Institut untersucht insbesondere den Schutz vor Larven des Japankäfers.
Laufzeit bis 2029
Das Projekt läuft von Juni 2026 bis Mai 2029. Es wird durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe im Förderprogramm «Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen» gefördert.