Alpla und das unabhängige niederländische Technologieinstitut NTCP prüfen in einem mehrjährigen Innovationsprojekt ein patentiertes lösungsmittelbasiertes Recyclingverfahren für HDPE. Ziel ist die Herstellung lebensmitteltauglichen rHDPE im industriellen Massstab. Basis bildet eine Pilotanlage am NTCP-Standort in Heerenveen. Das Projekt wird vom niederländischen Ministerium für Klimapolitik und grünes Wachstum gefördert.
Regulatorische Vorgaben als Treiber
Mit Blick auf die ab 2030 in der EU geltenden Mindestquoten für Rezyklatanteile in Verpackungen soll die Technologie erstmals rHDPE in Lebensmittelqualität bereitstellen. Die Projektpartner untersuchen dabei sämtliche Prozessschritte – von der Reinigung über die Polymeraufbereitung bis zur Prüfung der Materialeigenschaften.
Fokus auf EFSA-Zulassung und Prozessstabilität
Ein zentrales Ziel ist die Vorbereitung der Zulassungsunterlagen für die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit. Die Pilotanlage liefert Daten zu Reinheitsgraden, Prozessstabilität und Skalierbarkeit. Für die Umsetzung hat Alpla ein eigenes Recyclingunternehmen in den Niederlanden gegründet.
Einschätzung von Alpla
«Bisher gibt es in der EU kein zertifiziertes Verfahren für die Herstellung von HDPE-Recyclingmaterial in Lebensmittelqualität. Unsere hocheffiziente Technologie zur Reinigung und Aufbereitung von Post-Consumer-Recyclingmaterial kann ein echter Gamechanger werden», erklärt Michael Heyde, Head of Technology Recycling Division bei Alpla.
Alpla verfügt bereits über PET- und HDPE-Recyclingkapazitäten an 14 Standorten mit einer installierten und projektierten Kapazität von 400'000 Tonnen.
NTCP: Bedarf an neuen Technologien
«Die Zusammenarbeit mit Alpla passt perfekt zu den Kernaktivitäten und der Mission von NTCP als unabhängiges Wissensinstitut, das Technologieentwicklungen mit führenden Akteuren fördert und beschleunigt. Wir sind davon überzeugt, dass neue Technologien erforderlich sind, um die Kunststoff-Wertschöpfungskette vollständig zu schliessen und gleichzeitig die Abfallmenge zu reduzieren», betont Martine Brandsma, CEO von NTCP.
Technologische Bedeutung für die Branche
Das Projekt adressiert zentrale Herausforderungen des HDPE-Recyclings: Entfernung von Kontaminanten, Qualitätssicherung für Lebensmittelkontakt, Prozesskonstanz und Wirtschaftlichkeit. Die Kombination aus lösungsmittelbasiertem Ansatz und industrieller Skalierung gilt als potenzieller Baustein für hochwertige Kreislaufmodelle im Bereich Polyolefine.