Die KMU der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie stehen den Bilateralen III weder grundsätzlich ablehnend noch vorbehaltlos zustimmend gegenüber. Laut der Unternehmensbefragung von Swissmechanic in Zusammenarbeit mit BAK Economics ist ihre Haltung geprägt von wirtschaftlicher Vernunft, institutioneller Skepsis und einem hohen Bedürfnis nach Verständlichkeit und Berechenbarkeit. Für die Betriebe sind stabile und verlässliche Beziehungen zur Europäischen Union zentral – sowohl mit Blick auf Absatzmärkte als auch auf Beschaffung, Wertschöpfungsketten und Investitionen.
Positive Erfahrungen mit Bilateralen I und II
Die bisherigen Abkommen der Bilateralen I und II werden von einer Mehrheit der befragten Unternehmen als vorteilhaft beurteilt. Viele MEM-KMU erkennen auch bei den Bilateralen III potenziellen Nutzen, insbesondere beim gesicherten Marktzugang, beim Abbau technischer Handelshemmnisse sowie bei der langfristigen Planungs- und Versorgungssicherheit. Gleichzeitig begegnen sie dem institutionellen Unterbau der neuen Abkommen mit Zurückhaltung.
Sorge vor Mehraufwand und «Swiss Overcompliance»
Die geäusserte Skepsis beruht weniger auf negativen Praxiserfahrungen als auf Befürchtungen bezüglich zusätzlicher Regulierung. Viele Unternehmen sorgen sich um steigenden administrativen Aufwand und eine mögliche Übererfüllung europäischer Vorgaben im Sinne einer «Swiss Overcompliance». Diese Aspekte werden als potenzielles Risiko für Wettbewerbsfähigkeit und Ressourcenbindung wahrgenommen.
Grosser Informationsbedarf in den Unternehmen
Besonders deutlich tritt in der Befragung die Unsicherheit über konkrete Auswirkungen der Bilateralen III auf das einzelne Unternehmen zutage. Viele KMU empfinden das Vertragspaket als schwer verständlich; rund jedes zweite Unternehmen meldet zusätzlichen Informationsbedarf, insbesondere zu praxisorientierten Inhalten und den wirtschaftlichen Folgen für die Branche.
Verständlichkeit beeinflusst die Beurteilung
Die Auswertung zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Informationsstand und Einschätzung. Mit wachsender Verständlichkeit der Abkommen nehmen Unsicherheit und Skepsis ab, gut informierte Unternehmen gewichten die Chancen stärker als die Risiken. Weniger gut informierte KMU bleiben dagegen zurückhaltend und von Unsicherheit über die Auswirkungen der Bilateralen III geprägt.
Forderung nach Klarheit und berechenbaren Rahmenbedingungen
Die Befragung macht deutlich, dass MEM-KMU keine politischen Schlagworte erwarten, sondern transparente Informationen, verlässliche Rahmenbedingungen und eine realistische Einschätzung der praktischen Umsetzbarkeit. Swissmechanic will die Anliegen der Unternehmen weiterhin faktenbasiert in die politische Diskussion einbringen und den hohen Informationsbedarf der Branche gezielt adressieren.