Die EMS-Gruppe, mit den Geschäftsbereichen Hochleistungspolymere und Spezialchemikalien weltweit tätig, erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Nettoumsatz von 1'012 Mio. Franken (Vorjahr: 1'020 Mio. Franken) und ein Betriebsergebnis (EBIT) von 310 Mio. Franken (296 Mio. Franken). In lokalen Währungen entspricht dies einem Umsatzwachstum von 4.5 Prozent und einem EBIT-Anstieg von 4.7 Prozent. Das EBITDA lag bei 336 Mio. Franken (324 Mio. Franken), die EBIT-Marge bei 30.6 Prozent und die EBITDA-Marge bei 33.2 Prozent.
Das Marktumfeld war von Unsicherheit geprägt: wechselhafte US-Handelspolitik, der Nahost-Krieg, steigende Energiepreise und ein deutlich erstarkter Schweizer Franken belasteten Konsumstimmung und Kostenstrukturen. Die EMS-Gruppe hatte sich bereits zu Jahresbeginn auf diese Rahmenbedingungen eingestellt.
Wachstum mit Spezialitäten und Metallersatz
EMS berichtet von einem erfreulichen Geschäftsverlauf mit wachsenden Absatzmengen. Die konsequente Wachstumsstrategie mit hochmargigen Spezialitäten und Innovationen führte zu neuen energie-, kosten- und gewichtssparenden Lösungen, die in internationalen Märkten eingeführt wurden. Besonders gefragt waren kostensparende Metallersatz-Entwicklungen und energieeffiziente Anwendungen, die Kunden helfen sollen, Gesamtbetriebskosten zu senken.
Die gestiegenen Rohstoffkosten kompensierte EMS nach eigenen Angaben durch zeitnahe Verkaufspreisanpassungen. Zudem stellte sich das Unternehmen frühzeitig auf mögliche Handelsbarrieren ein: Produkte für den US-Markt werden weitgehend in den USA produziert oder sind als Spezialitäten von Zöllen befreit; im Nahen Osten unterhält EMS keine Geschäftsbeziehungen.
Dividendenantrag und Ausblick
Der Verwaltungsrat der EMS-Chemie Holding AG beantragt der ordentlichen Generalversammlung am 8. August 2026 eine ordentliche Dividende von 14.65 Franken (13.95 Franken) und eine ausserordentliche Dividende von 3.75 Franken (3.30 Franken) pro Aktie. Insgesamt sollen damit 18.40 Franken (17.25 Franken) pro Aktie ausgeschüttet werden. Als neue Revisionsstelle wird der Generalversammlung die Wahl der BDO AG in Zürich vorgeschlagen.
Für das Gesamtjahr 2026 geht EMS weiterhin von einem belasteten geopolitischen Umfeld und einem kurzzeitig aufwertungsanfälligen Schweizer Franken aus. Dennoch rechnet das Unternehmen mit einem Betriebsergebnis leicht über Vorjahr, während der Nettoumsatz währungsbedingt leicht unter Vorjahr erwartet wird.
Fokus auf Zukunftstechnologien
EMS betont, mittels Innovation, Kostendisziplin und vorausschauender Planung auch in einem schwierigen Marktumfeld Wachstum generieren zu wollen. Die global ausgerollte Verkaufsoffensive und der Ausbau technischer Vertriebs- und Entwicklungsorganisationen, insbesondere in Märkten wie China, Indien und Brasilien, sollen helfen, mit Kunden weitere Kosten-, Energie- und Gewichtseinsparungen zu realisieren.
Mit Neuentwicklungen erschliesst EMS nach eigenen Angaben Wachstumsfelder wie Elektromobilität, Robotik und Datenzentren. Gemeinsam mit Technologieführern entwickelt das Unternehmen Bauteile aus Spezialkunststoffen, die besonders leicht, robust und formstabil sind. Im Automobilbau bietet EMS Lackiertechnologien an, die bereits bei tieferen Temperaturen härten und damit Energie- und Gewichtseinsparungen ermöglichen.