Die Adval Tech Gruppe hat im ersten Halbjahr 2026 Aufträge mit einem Lifetime-Volumen von 156 Mio. CHF gewonnen. Davon entfielen laut einer Ad-hoc-Mitteilung 116 Mio. CHF auf neue Automotive-Projekte und 40 Mio. CHF auf den MedTech-Bereich. Das Unternehmen sieht darin eine Grundlage für das angestrebte Wachstum in den kommenden Jahren.
Im Automotive-Geschäft blieb das Marktumfeld in Europa anspruchsvoll. Die Pkw-Produktion im Hauptmarkt Europa ging gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 1 Prozent zurück. Dennoch habe die 2025 eingeführte globale und kundenorientierte Vertriebsstruktur zu mehr gewonnenen Neuprojekten geführt.
Umsatz und Ergebnis rückläufig
Die Gesamtleistung von Adval Tech belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 76.9 Mio. CHF. Das entspricht gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Rückgang von 3.2 Prozent. Der Nettoumsatz aus Komponenten und Werkzeugen sank um 5.8 Prozent auf 73.2 Mio. CHF.
Das EBITDA lag bei -0.2 Mio. CHF, nachdem im ersten Halbjahr 2025 noch 0.8 Mio. CHF erzielt worden waren. Der EBIT betrug -3.2 Mio. CHF, das Unternehmensergebnis -4.6 Mio. CHF. Als Ursachen nennt das Unternehmen Vorlaufkosten für neue Kundenprojekte, den Umsatzrückgang sowie operative Rückschläge bei Verbesserungsprogrammen in zwei Werken.
Der Free Cashflow sank von 2.2 Mio. CHF im ersten Halbjahr 2025 auf -11.5 Mio. CHF. Die Eigenkapitalquote verringerte sich per 30. Juni 2026 gegenüber Ende 2025 um 2.5 Prozentpunkte auf 65.4 Prozent.
Grenchen wird Medtech-Standort
Im Medtech-Bereich gewann Adval Tech für das Werk Grenchen einen neuen Kunden mit einem Grossauftrag. Die Aluminiumkapselfertigung für den Consumer-Bereich soll dort im September 2026 planmässig auslaufen. Die frei werdende Fläche werde für den neuen Auftrag benötigt; Grenchen solle damit zu einem reinen Medtech-Standort werden.
Zudem prüft Adval Tech einen Kapazitätsausbau in Grenchen, mit einem möglichen Neubau ab Ende 2028 oder Mitte 2029. Auch der Standort in Malaysia soll laut Mitteilung weiter in Richtung Medtech ausgebaut werden.
Korrekturmassnahmen eingeleitet
Adval Tech hat weitere operative Korrekturmassnahmen eingeleitet. Einen ersten Ergebnisbeitrag erwartet die Gruppe im zweiten Halbjahr 2026, die volle Wirkung ab 2027. Im Rahmen der Vorwärtsstrategie setzt das Unternehmen auf schlanke Produktion, Digitalisierung, erste KI-Projekte, Automatisierung, Effizienzsteigerungen und Kostenmanagement.
Am 7. Juli 2026 hatte Adval Tech zudem die Übernahme des Schweizer Tiefziehgeschäfts der SFS Group im Rahmen eines Asset Deals angekündigt. Die Akquisition soll insbesondere das Automotive-Portfolio sowie den Standort Niederwangen stärken. Umsatzwirkungen erwartet das Unternehmen teilweise ab 2027 und vollständig ab 2028.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Adval Tech weiterhin mit einem negativen Unternehmensergebnis. Ab dem zweiten Halbjahr 2027 sollen die Fortschritte des Transformationsprozesses laut Unternehmen zu einer sichtbaren Ergebnisverbesserung beitragen.