Im Interview mit Innovation Kunststoff: Markus Tonner, Präsident Verein Schweizer Plastic Recycler/Geschäftsführer der InnoRecycling AG, Eschlikon TG. Quelle: InnoRecycling AG

Produktionsablauf bei InnoPlastics. Quelle: Innoplastics AG

Aus alt mach neu: Plastikabfälle als Wertstoff für die Herstellung von Regranulat. Quelle: Sammelsack.ch

Die Kreislaufwirtschaft nimmt Fahrt auf

Publiziert

Diese Ausgabe befasst sich mit konkreten Lösungsansätzen, um mit Herausforderungen umzugehen, die der Werkstoff Kunststoff an die Branche, die Konsumenten und die Umwelt stellt. Ein Teil der Lösung ist das Recycling. Schon in der letzten Ausgabe von

«Innovation Kunststoff» ist Markus Tonner, Geschäftsführer der InnoRecycling AG, zu Wort gekommen. Letztes Mal sprach er über den von ihm lancierten Sammelsack, dieses Mal spricht er darüber, wie genau das Recycling eigentlich abläuft.

Welche Kunststoffe sammeln Sie und welche können Sie bei sich recyclen?
Da InnoRecycling AG ein Entsorgungsdienstleister ist, sammeln wir grundsätzlich alles. Wir sprechen da alleine von 120 verschiedenen Sorten und Qualitäten im Kunststoffbereich. Selber verarbeiten wir beim Schwesterunternehmen der InnoPlastics AG nur etwa 25 Sorten zu Regranulat. Die anderen Sorten gehen an andere spezialisierte Recycler. Jeder Recycler hat seine jeweiligen Stärken und das nutzen wir. In Süddeutschland haben wir einen Partnerbetrieb, der von uns verschiedene Polypropylen-Qualitäten bekommt, weil er das besser recyceln kann, als wir. Im Gegenzug erhalten wir von ihm verschiedene HDPE-Kunststoffabfälle.

Wo liegen Ihre Stärken?
Die InnoPlastics AG ist spezialisiert darauf, verschmutzte Kunststoffabfälle hochwertig zu reinigen und zu Regranulat zu verarbeiten. Der Partnerbetrieb in Süddeutschland kann das beispielsweise nicht, er kann nur saubere Produktionsabfälle verarbeiten. In dem Fall sagen wir, dass wir die verschmutzten Polypropylenabfälle selbst behalten und verarbeiten. Bei den sauberen Polypropylenabfällen ergibt es bei uns allerdings vom Prozess her keinen Sinn, sie durch die ganze Reinigungs- und Trocknungsanlage zu fahren, wenn sie ja schon sauber sind. Da gibt es also eine Zusammenarbeit, dass wir solche Materialströme im gegenseitigen Interesse auch austauschen. Er hat auch Polyethylenabfälle, die er theoretisch selbst verarbeiten könnte, aber weil sie verschmutzt sind, kommt das Material dann zu uns.

Sie sagten bereits, dass Sie im Austausch mit einem deutschen Betrieb arbeiten. Wäre ein autarkes Recyclingsystem in der Schweiz realistisch oder ist grenzübergreifende Zusammenarbeit notwendig, für eine nachhaltige Umsetzung?
Der theoretische Wunsch des Konsumenten ist in der Regel, dass alles in der Schweiz stattfinden muss. Aus privatwirtschaftlicher Sicht ergibt es jedoch ökonomisch und ökologisch Sinn, dass überregionale Strukturen mitgenutzt werden, wie das auch bei anderen Rohstoffströmen, z. B. Papier, Karton, Glas und Metall der Fall ist. Wir brauchen das internationale Know-how, sonst bleiben wir stehen. Da müssen wir uns alle weiterentwickeln.

Wo Sie gerade das Know-how ansprechen: Gibt es Ihrerseits Zusammenarbeit mit Hochschulen und Fachhochschulen?
Ja, wir sind bereits seit vielen Jahren im regen Austausch mit den Fachhochschulen, der Empa und der ETH Zürich. Wir führen bei uns viele Betriebsbesichtigungen durch, zu denen die Institutionen und Schulen eingeladen werden. Wir suchen das Gespräch und beziehen sie mit ein, indem sie Studien und Berichte machen. So sind wir ein ganz wichtiges Mittel zum Zweck für Aufklärung und Sensibilisierung.

Was ist dabei Ihr konkreter Beitrag?
Wir stehen mit Rat, Tat, Zeit und Informationen zur Verfügung. Wir machen sogar ganze Reisen und gehen mit den Leuten dem ganzen Kreislauf nach. Zuerst gehen wir in die Sortieranlage, wo die Plastikabfälle sortiert werden, damit die Leute das einmal riechen, sehen und greifen können. Dann geht es weiter zur Recyclinganlage, wo ein Teil des Materials direkt zu Regranulat weiterverarbeitet wird. Wir schauen uns an, wie das Material verarbeitet wird und wo die Herausforderungen liegen. Wir gehen dann noch einen Schritt weiter zur nächsten Firma, die das Regranulat einsetzt. So können Fragen an die jeweiligen Spezialisten gerichtet werden und die Leute bekommen eine Ahnung von den Kreisläufen.

Im Kreislauf ist nach dem Sammeln das Sortieren dran. Was ist für Sie wichtig, damit Sie das Material wiederverwerten können?
Es ist für uns zwingend notwendig, dass die Stoffe möglichst gut voneinander getrennt sind. Wir können bei uns im Schwimm-Sink-Verfahren trennen. Wir haben dafür grosse Tanks. PP und PE sind die einzigen Kunststoffe, die schwimmen, weil sie leichter sind als Wasser. Alle anderen Kunststoffe sind schwerer und sinken. Wenn PP und PE gemischt sind, können wir das im Schwimm-Sink-Verfahren nicht voneinander trennen. Wir können aus dem Gemisch zwar Regranulat herstellen, aber es eignet sich dann nicht für hochwertige Anwendungen. Darum ist es wichtig, dass die Kunststoffe, die wir bekommen sehr gut getrennt sind bzgl. PP- und PE-Vermischungen. Wenn es einmal einen anderen Fehlwurf drin hat, sind wir relativ flexibel.

Ist das Regranulat genauso gut wie Primärkunststofffe oder gibt es Unterschiede?
Da gibt es Unterschiede. Die grössten Herausforderungen sind nicht die chemisch-physikalischen Eigenschaften, sondern die Farbe! Aus farbigen Kunststoffen kriegen wir nur dunkelgrün, grau oder schwarz heraus. Transparente Folien werden bei der Sortieranlage bereits gesondert gesammelt, damit daraus wieder transparente Folien hergestellt werden können.

Auch bei den Flaschen. Wir sortieren nicht nur nach HDPE Flaschen, sondern nach weissen und hellen Flaschen und nach farbig-dunklen Flaschen, damit wir aus den weissen und hellen Flaschen wieder weiss oder hellgrau machen können und aus den farbig-dunklen Flaschen dunkelgrau oder schwarz.

Farben sind wirklich eine der grössten Herausforderungen bei uns im Moment. Chemisch-physikalisch sind wir oft sehr Sammelsack wird anerkannt nah am Neumaterial, doch es gibt immer gewisse Schwankungen im Recyclingmaterial. Wenn ein Hersteller Flaschen aus Neumaterial herstellt, kann der seine Anlage entsprechend einstellen und dann die Anlage eine Woche lang machen lassen. Bei Recyclingmaterial mit seinen Schwankungen muss man immer ein wenig nachjustieren und dabeibleiben.

Was wir ausserdem hören ist, dass die Langlebigkeit vom Recyclingmaterial nicht gleich hoch ist, wie vom Neumaterial, wenn es nicht noch speziell mit Additiven gemischt wurde. Zum Vergleich: Wenn man draussen zwei Rohre hat, eines aus Recyclingmaterial ohne Additive und das andere aus Neumaterial, die der Sonne, Hitze und Kälte ausgesetzt sind, dann hat das Recyclingrohr schon nach ca. 6–7 Jahren Alterserscheinungen, das Rohr aus Neumaterial erst nach ca. 10 Jahren. Heute gibt es noch Unterschiede, da muss man schon ehrlich sein. Doch wenn der Kunde etwas Langlebigeres benötigt, dann können wir spezielle Additive einsetzen, um ein Produkt zu liefern, das seinen Ansprüchen genügt.

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Bezugsquellenverzeichnis