Das Bundeslager 2022 lanciert erstmals eine nachhaltige Haushalt-Kunststoff-Sammlung

Publiziert

Verpackungen, Flaschen, Folien – Kunststoff ist auch im Bundeslager (BuLa) allgegenwärtig. Nach Gebrauch sollte er aber nicht einfach weggeworfen werden, da viele der Materialien wiederverwertbar sind – Recycling lautet das Zauberwort.

Zu diesem Thema hat sich das Organisationskomitee des BuLa 2022 intensiv auseinandergesetzt und sich für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Lösung entschieden. Im diesjährigen Lager haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, Haushalt-Kunststoffe in Sammelsäcken von «Bring Plastic back», sammelsack.ch, zu sammeln und so dem Recycling zuzuführen.

«Bring Plastic back» - Plastik-Recycling, dem man vertrauen kann

Das Sammelsystem «Bring Plastic back» wurde 2013 von der InnoRecycling AG /sammelsack.ch in Eschlikon TG lanciert und hat sich seither schweizweit in über 500 Gemeinden in 17 Kantonen erfolgreich etabliert. Im vergangenen Jahr wurden schweizweit insgesamt 6’688 Tonnen Haushalt-Kunststoffe gesammelt. Das Sammelsystem ist nach den strengen Anforderungen des Vereins Schweizer Plastic Recycler (VSPR) zertifiziert. Die Zertifizierung beinhaltet ein komplettes und regelmässiges Stofffluss-Monitoring nach der Methode der EMPA. Dies garantiert, dass aus dem Plastikabfall auf sinnvolle Weise neue Rohstoffe gewonnen werden. Das Sammelsystem «Bring Plastic back» ist zudem das einzige Kunststoff-Sammelsystem der Schweiz, das vom BAFU ins CO2-Kompensationsprojekt aufgenommen wurde, da es nachweislich CO2 einspart.

Kunststoff wiederverwerten statt vernichten

Damit Kunststoff recycelt werden kann, muss die Kunststoff-Qualität von Anfang an hoch sein. Ausschlaggebend sind die differenzierte Sammlung und Sortierung. Wenn Kunststoff richtig gesammelt, sortiert und weiterverarbeitet wird, kann er zwei, drei, oder sogar viermal recycelt werden. Haushalt-Kunststoffe sind in der Regel Lebensmittelverpackungen, welche hohe Qualitäts- und Hygieneanforderungen erfüllen und eignen sich daher besonders gut für das stoffliche Recycling.
Die gefüllten Sammelsäcke werden von regionalen Sammelpartnern eingesammelt, in Ballen gepresst und zur Sortierung transportiert. In der Sortieranlage im grenznahen Lustenau AT, werden die Ballen aufgerissen und aufgelockert. Auf einem Förderband identifizieren Nahinfrarotscanner die unterschiedlichen Materialien, Druckluftventile trennen sie präzise voneinander. Trotz dieser modernen Technik erfolgt noch eine händische Nachkontrolle für ein bestmögliches Ergebnis.
Die sortenreinen Kunststoffe werden zu Ballen verpresst und dafür spezialisierten Recyclingbetrieben in der Schweiz und der EU zugeführt. Dort werden die Kunststoffe zerkleinert, gewaschen, getrennt und getrocknet. Die sauberen Kunststoff-Schnitzel werden anschliessend erhitzt, eingeschmolzen und zu Regranulat verarbeitet. Dieses hochwertige Material wird beispielsweise bei der Herstellung von Kabelschutzrohren, Folien und Flaschen eingesetzt und gelangt so zurück in die Haushalte.

Potential einer sinnvollen Sammlung erkannt
Die Verantwortlichen des Bundeslagers haben das Potential einer gemischten Haushalt-Kunststoff-Sammlung erkannt und sich in den letzten Monaten intensiv mit dem Thema beschäftigt. Gemeinsam mit dem Systembetreiber, der InnoRecycling AG / sammelsack.ch und dem Systempartner Schriber & Schmid GmbH aus Glis wird nun die Kunststoff-Sammlung im BuLa 2022 lanciert.

So funktioniert die Sammlung

Die InnoRecycling AG, sammelsack.ch stellt dem BuLa kostenlos Sammelsäcke zur Verfügung. So erhält jede der 800 teilnehmenden Gruppen ein Starterpaket bestehend aus einer Sammelsackrolle und einem Infoflyer. Die gefüllten Sammelsäcke können an fünf Recyclingstationen auf dem Lagergelände abgegeben werden. Die Schriber & Schmid GmbH aus Glis wird die gefüllten Sammelsäcke nach Ende des Lagers abholen und der InnoRecycling AG zum Recyceln zuführen.

Was gehört in den Sammelsack?

• Folien aller Art: Tragetaschen, Zeitschriftenfolien, Sixpackfolien, Kassensäckli...
• Plastikflaschen aller Art: Milch, Öl, Essig, Getränke, Shampoo, Putzmittel, Weichspüler...
• Tiefziehschalen wie Eier- und Guetzliverpackungen, Früchte-/Obst- und Fleischschalen...
• Eimer, Blumentöpfe, Kübel, Joghurtbecher...
• Verbundmaterialien wie Aufschnitt-, Käseverpackungen...
• Getränkekarton (Tetra Pak)

Separatsammlung: PET-Getränkeflaschen

Da bei jeder gekauften PET-Getränkeflasche ein vorgezogener Recyclingbeitrag vom Konsumenten/der Konsumentin bezahlt wird, können diese kostenlos an den Verkaufsstellen
abgegeben werden. Auch im BuLa werden die PET-Getränkeflaschen separat gesammelt und so ohne unnötige Transportwege dem Bottle-to-Bottle-Kreislauf Schweiz zugeführt.

Was gehört weiterhin in den Kehrichtsack?

• Stark verschmutzte Verpackungen von Grillwaren mit Marinade
• Verpackungen mit Restinhalten, Einweggeschirr
• Spielzeug, Gartenschläuche, Styropor (Sagex) usw.

Recycling vor Ort erleben

Es gibt diverse Möglichkeiten, das Recycling-Engagement im Goms mitzuerleben. Medienschaffende können sich via Akkreditierungsformular anmelden. Für Besuchende gibt es ebenfalls Tickets, sogenannte «aventüras», welche sich für einen Tagesauflug ins Goms und zurück eignen. 

Weitere Informationen

www.plasticrecycler.ch

www.sammelsack.ch

Bezugsquellenverzeichnis