Ypsomed hat am Montag ihren neuen Werkzeugbau in Solothurn eröffnet und erweitert damit die Kapazitäten für die Konstruktion und Herstellung von Kunststoffspritzgusswerkzeugen für Pens und Autoinjektoren. Neben dem bestehenden Werkzeugbau in Burgdorf werden künftig auch in Solothurn Werkzeuge für die Produktionsstätten in der Schweiz, in Deutschland, in China und ab 2027 in den USA gefertigt. Damit reagiert das Medtech-Unternehmen auf die weltweit steigende Nachfrage nach Injektionssystemen für die Selbstmedikation und stärkt gleichzeitig die Fertigungsbasis im Kunststoffspritzguss.
Kernfunktion im Fertigungsprozess und Ausbau der Ausbildungsplätze
Der Werkzeugbau ist ein Kernbestandteil der Produktion von Pens und Autoinjektoren. Die Präzision und Komplexität, die beim Erstellen der Werkzeuge erforderlich sind, sind grundlegend für den gesamten Fertigungsprozess. Im neuen Werkzeugbau in Solothurn starten 35 Mitarbeitende, zuzüglich Auszubildender; die Kapazitäten sollen schrittweise auf gegen 100 Mitarbeitende und Lernende ausgebaut werden. Ypsomed bildet an den Standorten Burgdorf und Solothurn insgesamt 20 Polymechanikerinnen und Polymechaniker sowie 10 Konstrukteurinnen und Konstrukteure aus und stärkt damit den Nachwuchs im Werkzeug- und Formenbau für Kunststoffanwendungen.
Investition von 25 Millionen Franken in hochmoderne Infrastruktur
«Die Investition in den neuen Werkzeugbau in Solothurn ist ein klares Bekenntnis zur Entwicklung unserer Standorte in der Schweiz», sagte Simon Michel, CEO von Ypsomed, an der feierlichen Eröffnung. «Der Werkzeugbau ist das Rückgrat der hochpräzisen Fertigung unserer Pens und Autoinjektoren.» In zehn Monaten Bauzeit ist in Solothurn eine hochmoderne Infrastruktur entstanden; rund 25 Millionen Franken flossen in den Umbau des Gebäudes und in einen neuen Werkzeugmaschinenpark.
Teil eines Investitionspakets von rund 200 Millionen Franken
Die Inbetriebnahme des Werkzeugbaus in Solothurn ist der erste Meilenstein eines rund 200 Millionen Schweizer Franken umfassenden Investitionspakets zur Standortentwicklung. In den kommenden Monaten nimmt Ypsomed zwei neue hochvolumige Montageanlagen und die dazugehörigen Spritzgussanlagen für Autoinjektoren in Betrieb; bis Ende 2027 entsteht zudem ein vollautomatisiertes Hochregallager am Standort. Gegenüber dem Haupteingang an der Ziegelmattstrasse wird parallel das Ypsomed Forum gebaut, ein Konferenzzentrum mittlerer Grösse mit Platz für rund 300 Gäste.
Internationaler Kapazitätsausbau für Healthcare-Kunststoffanwendungen
Auch international setzt Ypsomed ihre Wachstumsstrategie fort, um der steigenden Nachfrage nach Injektionssystemen gerecht zu werden und die Kundennähe zu erhöhen. 2025 wurde ein erstes eigenes Werk im chinesischen Changzhou in Betrieb genommen, gleichzeitig startete die Erweiterung des Produktionsstandorts Schwerin in Deutschland. In Holly Springs, North Carolina (USA), entsteht aktuell ein weiterer Standort, der ab Ende der Dekade den nordamerikanischen Markt mit Pen‑Injektoren und Autoinjektoren versorgen soll.